Böses Erwachen
Das sind sie: Die Top 5 der kuriosesten Dinge, mit denen ich zu Hause aufgewacht bin.
Platz.5: Der Blumenstrauß
Eines Morgens wachte ich in meinem Kinderzimmer in Stuttgart-Möhringen auf und neben meinem Bett war ein bunter Blumenstrauß in einer, mit reichlich Wasser gefüllten Vase platziert. Als ich mich bei meiner Mutter erkundigte, wofür ich diese Aufmerksamkeit ihrerseits verdient hätte, überzeugte sie mich glaubhaft davon, dass sie nicht die leiseste Ahnung hat, wovon ich spreche. Meine Frage, ob denn Besuch da gewesen wäre, verneinte sie ebenso zwingend wie plausibel.
Platz Nr.4: Der Stadtbahn-Sitz

Ein weiteres Mal erwachte ich an gleicher Ort und Stelle und alles andere als bequem, auf einem grünen Stadtbahnsitz der SSB. Das ich ausgewesen bin, war mir durchaus noch bewusst. Die Möglichkeit auf der Heimfahrt, dieses eher weniger praktikable Souvenir heraus montiert und bis in die Möhringer Märchensiedlung geschleppt zu haben, erschien mir nicht real. Dennoch lag ich mit einer Hälfte meines Körpers darauf.
Platz Nr.3: Die Eckfahne
Neben einer adäquateren Trophäe kam ich wieder zu Sinnen, nachdem ich auf einer klassischen Jugendhaus-Party im Stuttgarter Fasanenhof zu viel trank. Die Eckfahne muss ich auf dem Nachhauseweg, der über diverse Spielfelder des SV Möhringen verlief, mitgenommen haben. Ob sie getrampt hatte oder ich sie gewaltsam aus dem Boden des Feldes zog, entzieht sich meiner Kenntnis. Sie sollte mir jedoch noch jahrelang verlässlich das Ende meines Zimmers anzeigen.
Platz Nr.2: Der Penner
Nach einer bösartig durchzechten Nacht wurde ich in meiner damaligen Wohnung im Stuttgarter-Süden wach, da pausenlos Geräusche zu vernehmen waren, die darauf schließen ließen, dass jemand den Wohnungsflur auf und ab lief. Meine damalige Freundin konnte es nicht sein, da sie neben mir lag und ebenso eine verschreckte Aura ausstrahlte. Aufgrund des komplett übertriebenen Alkohol-Konsums war mir elend zumute und so schickte ich die ebenfalls lädierte Julia vor, da mich die Wiederherstellung der Hausordnung schlichtweg überforderte. Als ich tief unter meiner Bettdecke vergraben vernahm, dass sie sich unterhält, wurde mir schlagartig klar, dass sich Personen eingeschlichen haben müssen. Die Gespräche hielten eine geschlagene Stunde an, erst dann kam Julia zurück ins Bett. Wir hatten im Suff einen Obdachlosen samt seinen Hund bei uns aufgenommen, der einfach nicht mehr gehen wollte. Noch viele Tage später versammelte sich das haarige Duo abends vor unserer Haustür und blickte mit einer traurigen Miene nach oben ins Warme.
Platz Nr.1: Der fremde Mann
Die schematische Einleitung dieses Kapitels dürfte Ihnen bereits geläufig sein. Trinken in der Innenstadt, vollautomatisierte Wiederbelebung in den eigenen vier Wänden. Nur das ich in diesem Fall beim Erlangen der Besinnung merkte, dass ich nicht alleine im Bett liege. Als ich mich voller Furcht herumdrehte, fuhr es mir durch Mark und Knochen. Neben mir lag ein, mir völlig fremder farbiger Junge, den ich noch nie zuvor gesehen hatte. Er war bis auf eine Boxershort komplett entblößt. Was tun? Ich entschied mich dafür, mich so lange schlafen zu stellen, bis sich das personifizierte Schreckensszeanrio von alleine, sich meiner Anwesenheit entledigt. Natürlich konnte ich kein Auge mehr zu machen und es dauerte mehrere Stunden, bis er schließlich aufwachte, sich im Bad herrichtete und dann irgendwann von dannen zog. Das Peinlichste an der Geschichte waren allerdings die verständnisvollen Blicke meiner Mutter, die mir suggerierten, dass es völlig in Ordnung ist, dass ich auch mal Männer mit nach Hause nehme. Er war ihr, in seinen Shorts, auf dem kurzen Weg zum Bad in die Arme gelaufen.
Diese Episoden liegen mittlerweile einige Jahre zurück und Vergleichbares ist mir schon ewig nicht mehr unterlaufen. Das ich weniger trinke ist Fakt, doch ich bin mir auch sicher, dass ich heuer viel bewusster mit dem Alkohol hantiere.

sehr schöne Anekdoten an denen Du uns da teilhaben läßt. Bei manchen allerdings wünscht man sich dann doch eher nicht in diese Situation hineinversetzt.
In diesem Sinne … eine (betrunkene) gute Nacht
T.
[...] meiner hoch geschätzten Arbeitskollegen aus Stuttgart hat in seinem Blog gerade die Top 5 seiner besten Suff-Souvenirs veröffentlich, wovon mir Platz 1: “der fremde, [...]